Cliffhanger war gestern – über die Bürden des Sachbuchs

Man liest immer wieder, dass das Sachbuch im Ebook-Bereich unter ferner liefen laufe. Das stimmt wohl. Doch auch im Printbereich ist es nicht so leicht wie früher. Denn viele Medien sind nicht zuletzt aufgrund der Einsparzwänge dazu übergegangen, Sachbücher als eigenen Content auszuschlachten und dies dem Rechteinhaber Verlag als Werbemaßnahme schmackhaft zu machen. So steht der Verlag vor dem Dilemma, einerseits auf „Rezensionen“ existentiell angewiesen zu sein, andererseits sich nun aber genötigt zu sehen, kostenfrei Abdruckrechte oftmals über mehrere Seiten einzuräumen, für die es in früheren Zeiten zumindest ein Anerkennungshonorar gegeben hat. Das ist doppelt nachteilig, da durch die umfangreiche thematische Abdeckung eines Themas in einer eher dem Feature als der Rezension zugehörigen Gattung eine Sättigung beim Leser hervorgerufen wird, die das Verlangen auf das Buch zu erschöpfen droht. Früher gab man sich auf Seiten der Presse mit einem Teaser, einer neugierig machenden Rezension zufrieden. Doch heute wird oft die Essenz derart verdichtet dargeboten, dass es am Ende für einen Cliffhanger nicht mehr reicht. Leider können sich Verleger die Ablehnung eines solchen „Kooperationsangebots“ meist nicht leisten, obwohl nicht nur gedruckte Rezensionen sondern selbst die früheren Bestsellermacher Talkshows nur in wenigen Fällen noch echten Schub verleihen können.

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